Sicher kaufen und verkaufen auf Kleinanzeigen, Vinted, willhaben und Co.

Merkblatt, Stand November 2026. Die Plattformen sind verschieden, die Betrugsmaschen ähneln sich: Sie sollen den geschützten Bereich der Plattform verlassen und einen Link öffnen, einen Code nennen oder ohne Absicherung bezahlen. Wer dieses Muster kennt, erkennt auch neue Varianten.

Druckfassung herunterladen (PDF, 2 Seiten). Das Merkblatt ist frei nutzbar. Beratungsstellen, Schulen und Vereine dürfen es kopieren, verteilen und anpassen; was dabei zu beachten ist, steht weiter unten.

Sechs Regeln, die überall gelten

  1. Bleiben Sie im Chat der Plattform. Wer gleich auf WhatsApp, Telegram oder E-Mail wechseln will, ist verdächtig.
  2. Bezahlen Sie nur geschützt: über den Bezahlweg der Plattform oder bar bei der Abholung, wenn Sie die Ware gesehen haben.
  3. Öffnen Sie keine Links, QR-Codes oder PDF-Dateien, die Ihnen jemand schickt, damit Sie Geld zahlen oder „empfangen“. Echte Zahlungen sehen Sie in der App oder in Ihrem Konto.
  4. Nennen Sie nie einen Code, eine TAN oder ein Passwort. Kein echter Kundendienst fragt danach.
  5. Lassen Sie sich nicht hetzen. Zeitdruck, Drohungen und rührende Geschichten gehören zur Masche.
  6. Überweisen Sie nichts zurück und zahlen Sie niemandem etwas, der Ihnen verlorenes Geld zurückholen will.

Typische Maschen und was dagegen hilft

Das passiert

Das sollten Sie wissen

„Ich habe schon bezahlt. Über diesen Link oder QR-Code bekommen Sie Ihr Geld.“

Die Seite ist gefälscht und fragt nach Karten- oder Anmeldedaten. Um Geld zu bekommen, müssen Sie nirgends Kartendaten eingeben.

Eine SMS oder ein angeblicher Mitarbeiter will einen Code oder eine TAN, „nur zur Bestätigung“.

Kleinanzeigen fragt laut eigener Hilfe nie nach SMS-Codes, um Zahlungen zu bestätigen. Auch der „Support-Chat“ auf einer gefälschten Seite gehört zur Masche.

Ein Screenshot oder eine Mail zeigt „Zahlung bestätigt“, Sie sollen verschicken.

Bilder und Mails lassen sich fälschen. Verschicken Sie erst, wenn Sie die Zahlung selbst in Ihrem Konto oder in der App sehen.

Mail oder SMS: „Konto gesperrt“, „Anzeige gelöscht“, „Bitte bestätigen“.

Nicht klicken. Melden Sie sich nur über die App oder die selbst eingetippte Adresse an. Echte Mails enden auf @kleinanzeigen.de oder @vinted.de; willhaben schickt keine SMS oder WhatsApp-Nachrichten.

Vorkasse per Überweisung, PayPal „Freunde und Familie“, Gutscheinkarten oder Kryptowährung.

Diese Zahlarten schützen Käufer laut Kleinanzeigen nicht; PayPal „Waren und Dienstleistungen“ und Kreditkarte nennt Kleinanzeigen als sicher. Brechen Sie ab, wenn jemand nur Überweisung akzeptiert.

Im Paket liegt die Rechnung eines Online-Shops, bei dem Sie nie bestellt haben („Zalando-Masche“, Dreiecksbetrug).

Bestätigen Sie den Erhalt nicht. Melden Sie das Problem sofort bei der Plattform, erstatten Sie Anzeige und informieren Sie den Shop.

Ein Konto mit guten Bewertungen bietet plötzlich viele ganz andere Artikel an.

Das kann ein gehacktes Konto sein. Gute Bewertungen allein sind kein Beweis.

Vor dem Kauf: der kurze Check

  • Profil: Seit wann gibt es das Konto? Passen die Anzeigen zueinander?
  • Bilder: Taucht das Foto bei einer Bildersuche auf anderen Seiten auf? Dann kann es kopiert sein.
  • Ort und Bank: Passen Anzeigenort und Bank zusammen? Wenn nicht, seien Sie besonders vorsichtig.
  • Preis: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch.
  • Nachrichten: Bekommen Sie klare Antworten, oder weicht jemand aus und drängt?

Die Plattformen im Überblick

Plattform

Geschützt bezahlen

Problem melden (kurze Frist)

Kleinanzeigen

„Sicher bezahlen“ im Chat, oder bar bei Abholung

In den Nachrichten zur Bestellung: 10 Tage ab Versand; nicht verschickt: 14 Tage nach Zahlung

Vinted

Nur der „Kaufen“-Button; außerhalb nicht abgesichert

Im Vinted-Chat: 2 Kalendertage, nachdem Vinted mitgeteilt hat, dass die Bestellung da sein sollte

willhaben

PayLivery, nur direkt im willhaben-Chat

„Problem melden“ im Chat: 48 Stunden nach Zustellung; Erhalt vorher nicht bestätigen

eBay

In der eBay-Kaufabwicklung; nicht per Überweisung, bar oder Treuhand außerhalb

Beim Verkäufer melden: 30 Tage nach dem angezeigten Lieferdatum

Facebook Marketplace

Im Facebook-Chat bleiben; keine Zahlungslinks, direkt beim Zahlungsanbieter anmelden

Siehe Facebook-Hilfebereich

Betrug und Fälschungen melden:

  • Kleinanzeigen: Formular „Phishing-Link melden“ in der Kleinanzeigen-Hilfe; Schaden über kleinanzeigen.de/schadensmeldung
  • Vinted: gefälschte Nachrichten an phishing@vinted.com
  • willhaben: „Support kontaktieren“, Thema „Phishing melden“, mit Screenshot
  • eBay: gefälschte Mails als Anhang an spoof@ebay.de; echte haben keine Anhänge
  • Facebook Marketplace: Kontakt abbrechen, Inserat oder Person melden

Regeln und Fristen ändern sich. Es gilt, was in Ihrer Bestellung und in der Hilfe der Plattform steht. Kleinanzeigen nennt auf einzelnen Hilfeseiten abweichende Fristen; melden Sie deshalb so früh wie möglich.

Es ist passiert: Das tun Sie jetzt

  1. Kontakt abbrechen. Nicht mehr antworten, keine Links öffnen, nichts weiter zahlen.
  2. Sofort die Bank anrufen, wenn Sie Geld überwiesen, Karten- oder Bankdaten eingegeben oder eine TAN genannt haben. Je schneller, desto eher lässt sich etwas aufhalten. Nutzen Sie die Nummer von Ihrer Karte oder der Bank-Website, nie eine aus der Nachricht. Deutschland, rund um die Uhr: 116 116 (Sperr-Notruf für Karten und Online-Banking; aus dem Mobilnetz ggf. Gebühren; aus dem Ausland +49 116 116). Österreich: 0800 204 8800 (Kartensperrhotline; aus dem Ausland +43 1 204 8800).
  3. Beweise sichern. Screenshots von Anzeige, Profil und Chat, auch aus WhatsApp; dazu Zahlungsbelege, Telefonnummer und den Link. Nichts löschen.
  4. Bei der Plattform melden, siehe Tabelle.
  5. Anzeige erstatten. In Deutschland bei jeder Polizeidienststelle oder, wo Ihr Bundesland das für Betrug anbietet, online über die Onlinewache, in Österreich bei jeder Polizeidienststelle. Das ist auch sinnvoll, wenn das Geld wohl verloren ist.
  6. Passwörter ändern, wenn Sie sich auf einer verdächtigen Seite angemeldet haben: bei der Plattform, beim E-Mail-Konto und überall, wo Sie dasselbe Passwort nutzen.
  7. Vorsicht vor dem zweiten Betrug. Wer verspricht, verlorenes Geld zurückzuholen, auch angeblich von Bank oder Polizei, will meist noch mehr Geld. Überweisen Sie nichts.

Sie müssen sich nicht schämen. Betrug ist die Entscheidung der Täter. Fragen Sie im Zweifel eine Vertrauensperson.

Hier bekommen Sie Rat

Frei nutzbar für Beratungsstellen und Bildungseinrichtungen

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Allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung. Herausgeber ist der Kleinanzeigen-Ratgeber, betrieben von der Clasify GmbH, Dresden (Impressum). Das Merkblatt ist kein Angebot der genannten Plattformen; alle Marken gehören ihren Inhabern.

Quellen

Alle Angaben geprüft am 5. November 2026 auf den genannten Seiten.